SBV-Wahlen Das Wichtigste auf einen Blick: Alles rund um die Schwerbehindertenvertretung

Die Schwerbehindertenvertretung (SBV) ist eine von mehreren Interessenvertretungen im Betrieb, die sich stark für die Belange der Beschäftigten macht. Dabei arbeitet sie eng mit dem Betriebsrat zusammen, denn behinderungsgerechte Arbeitsplätze sind kein Randthema.

Junge Modedesignerin im Rollstuhl.

21. Oktober 2026 21. Oktober 2026


Warum ist eine Schwerbehindertenvertretung im Betrieb wichtig?

In Deutschland haben mehr als 10 Millionen Menschen eine Behinderung. Dazu kommen noch viele Millionen, die von einer Behinderung bedroht sind. Es gibt nicht die „eine“ Behinderung. Behinderungen sind so verschieden wie wir Menschen selbst.

Für die Arbeitswelt spielt die Schwerbehinderung eine sehr große Rolle. Aus mehreren Gründen:

  • Sehr viele Schwerbehinderungen entstehen durch Unfälle – sehr oft durch Arbeitsunfälle. Das bedeutet: Es kann uns allen jederzeit passieren!

  • Viele der Schutzrechte beziehen sich auf die Arbeitswelt.

  • Drohende Nachteile bei der Arbeit aufgrund der Behinderung sollen durch sogenannte „Nachteilsausgleiche“ abgemildert werden.

 

Je nach Behinderungsart und Grad der Behinderung gibt es Nachteilsausgleiche. Diese reichen von steuerlichen Ausgleichen, Wohnförderung bis hin zu Parkberechtigungen. Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 wird man als schwerbehindert anerkannt.

Betriebe sind in der Pflicht, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Wir werden alle älter. Unsere Leistungsfähigkeit wandelt sich genauso, wie die Art unserer Arbeit. Zu viele Unternehmen bücken sich aber weg oder kommen ihrer Pflicht nur halbherzig nach. Damit entgeht ihnen ein riesiges Potenzial und sie schwächen ihre eigene Zukunftsfähigkeit.
Für Betriebe gilt: sie müssen Menschen mit Behinderung und Beeinträchtigungen ernst nehmen.

 

Welche Aufgaben hat die SBV?

Die SBV hat die Aufgabe, die Einhaltung von Gesetzen, Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen zu überwachen.


Dabei liegt ihr Fokus auf der Teilhabe und der Inklusion von Menschen mit Behinderung. Sie hat etwa das Recht, an allen Sitzungen des Betriebsrats und an Besprechungen mit dem Arbeitgeber teilzunehmen. Bei allen Plänen und Entscheidungen des Arbeitgebers, die Menschen mit Schwerbehinderung als Gruppe und als Einzelperson betreffen, muss die SBV unverzüglich informiert und angehört werden. Sie ist bei Bewerbungen zu beteiligen und fördert die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung.

Aus wie vielen Personen besteht die SBV?

Die SBV besteht aus einer Vertrauensperson für schwerbehinderte
Menschen und in der Regel mindestens zwei stellvertretenden Vertrauenspersonen. Je nach Anzahl schwerbehinderter bzw. gleichgestellter Beschäftigter steigt auch die Zahl der Stellvertretungen und die Möglichkeit, diese für die SBV-Arbeit heranzuziehen und freizustellen. Das heißt: Umso größer ein Betrieb bzw. die Anzahl der beschäftigten Menschen mit Schwerbehinderung, desto mehr Kolleginnen und Kollegen können sich in der SBV engagieren.

Was tut die SBV konkret?

Die SBV kämpft für die Interessen der Beschäftigten mit Behinderung im Betrieb. 

Konkret heißt das:

  •  Sie ist erste Anlaufstelle für Kolleginnen und Kollegen, die von einer Behinderung bedroht sind.
  • Sie unterstützt und berät betroffene Kolleginnen und Kollegen (z.B. bei der Beantragung einer Schwerbehinderung oder einer Gleichstellung).
  • Sie hilft bei der Einrichtung behindertengerechter Arbeitsplätze.
  • Im Team mit dem Betriebsrat verhandelt die SBV kollektive Regelungen mit dem Arbeitgeber.
  • Sie kontrolliert und überwacht den Arbeitgeber, dass er seinen gesetzlichen Pflichten nachkommt.

     

Behinderungsgerechte Arbeitsplätze sind kein Randthema, das nur betroffene Beschäftigte interessieren sollte. Im Gegenteil: Eine weitgehend barrierefreie und inklusive Arbeitsplatzgestaltung kommt allen zu Gute.
Hebehilfen, ergonomische Hilfsmittel oder automatische Türen helfen allen, leistungsfähig und gesund zu bleiben. Die SBV kann Treiberin dieser Entwicklung sein.


Mitarbeiter mit Lernschwäche im Betrieb